Vorwärmen von Tassen

Posted June 9th, 2007 by wolfram with Comments Off on Vorwärmen von Tassen

In jedem Buch, Ratgeber oder sonstigen Quellen liest und hört man es immer wieder: die Tasse muss richtig heiss sein. Aus diesem Grund werden alle Tassen auf der Heizfläche der Espressomaschine “vorgebacken”, bis der Kunde kommt, um sich an diesen den Mund zu verbrennen.

Leider wird es meistens versäumt darauf hinzuweisen, dass es bei einem Vorheizen auf das Getränk ankommt, das man zubereitet. Dieser Irrtum findet sich fast überall.

Warum soll vorgeheizt werden?

Espresso wird bitter, wenn er während der Extraktion abkühlt (ausgenommen ist eine Schockkühlung, z.B. mit Eiswüfeln). Aus diesem Grund muss die Siebträgermaschine – inklusive dem Siebträger – vollständig durchgeheizt werden und auch die Tassen müssen entsprechend heiss sein. Espresso muss heiss sein, hier gibt es keine Ausnahme!

Was soll vorgeheitzt werden und wie?

Vollständig vorgeheizt werden ausschliesslich die Tassen und Gläser, in denen Espresso oder Espresso Macchiato serviert werden. Diese Gefäße haben ein Fassungsvermögen von einem Espresso oder Espresso doppio, werden also nahezu vollständig befüllt. Der Geschmack leidet, wenn ein Espresso in eine kalte Tasse extrahiert wird. Zudem kühlt ein Espresso, wegen der geringen Menge an Flüssigkeit, schneller aus. Fazit: Espressotassen und -gläser müssen vorgeheizt sein.

Hiermit haben wir bereits die Tassen und Gläser vollständig beschrieben, die auf der Espressomaschine selbst vorgeheizt werden. Alle anderen Tassen und Gläser werden nicht oder nicht auf diese Art vorgeheizt.

Der Cappuccino ist ein Getränk, das trinkwarm serviert wird, damit es direkt getrunken werden kann. Cappuccino ist kein Getränk, an dem man 30 Minuten herumnippt. Wer das tut, zelebriert etwas anderes als das Getränk, eventuell mehr den Moment Pause an sich. Der Cappuccino hat nach einigen Minuten bereits seine Besonderheit verloren: die Konsitenz. Die Konsitenz entsteht durch das Zusammenspiel von Espresso, Crema und Milchcreme. Milchcreme ist kein Schaum, sondern richtig aufgeschäumte Milch, die wie eine Creme fließt und den Espresso aufsaugt. Sobald der Cappucino einen Moment steht, trennt sich die Milchcreme in Milch und Schaum und das besondere Mundgefühl geht verloren.

Die Cappuccinotasse wird nicht vorab angewärmt, sondern erst im Bedarfsfall im unteren Drittel. Hierzu wird die Tasse im unteren Teil mit heißem Wasser aus dem Boiler der Espressomaschine befüllt. Nun wird mit der Vorbereitung der Extraktion begonnen: Siebträger reinigen und abtrocknen, Kaffemehl einfüllen, Tampen, Brühgruppe flushen, Siebträger einhängen und die Extraktion beginnen. Sobald die Extraktion gestartet wurde (die Maschine beginnt Druck aufzubauen), wird das Wasser aus der Cappuccinotasse abgegossen, die Tasse kurz getrocknet und unter den Siebträger gestellt: perfektes Timing. Die Tasse ist für den Espresso im unteren Bereich vorgeheizt, der Rest der Tasse bleibt deutlich kälter. Gießt man nun die Milchcreme in die Tasse, wärmt sich diese auf und entzieht der Milchcreme etwas Wärme, die optimale Trinktemperatur ist erreicht.

Bei einem Latte Macchiato wird das Glas nicht vorgeheizt, da hier die Milchcreme direkt eingefüllt und der Espresso später hinzugegeben wird. Wenn der Espresso zunächst in ein kleines Gefäß (Minikännchen) extrahiert und dann in die Milchcreme gegossen wird ist es notwendig, dieses Gefäß richtig vorzuheizen.

Behmor 1600 Heimröster

Posted June 9th, 2007 by wolfram with Comments Off on Behmor 1600 Heimröster

In den USA wurde von dem Unternehmen Behmor ein neuer Heimröster vorgestellt, der Behmor 1600. Die Chargengröße wird mit einem Pound (453,59 Gramm) angegeben, der Röster soll völlig rauchfrei sein. Der Batchbetrieb ist bauartbedingt nicht möglich. Bisher existiert nur eine Modell, das für 120 Volt ausgelegt ist.

Auch wenn das Gerät den Charme einer Mikrowelle hat, wird es sicherlich einige Anhänger finden. Weitere Informationen sind auf der Webseite von Behmor Inc. zu finden.

Der Röstverlauf

Posted June 5th, 2007 by wolfram with 2 Comments

Für Neueinsteiger ist es zunächst wichtig, den Röstverlauf und die zeitlichen Abläufe zu verstehen, damit die ersten Proberöstungen nicht zu übermäßigem Ausschuß führen. In einem früheren Posting bin ich bereits auf die Wichtigkeit der Protokollierung des Röstvorgangs eingegangen, der Vergleichbarkeit von Röstergebnissen. Diesmal beschäftigen wir uns mit den zeitlichen Abläufen beim Rösten und den offensichtlichsten Veränderungen der Bohnen.

Das Röstsetup besteht aus einem Cafemino Shopröster, einem 1kg Trommelröster des Unternehmens Toper. Auf diesem wurden bei einer Temperatur von 210°C über einen Zeitraum von 22 bis 26 Minuten vier Kaffeesorten geröstet.

  • Honduras, Arabica,
  • Guatemala, Arabica,
  • Mexico Maragogype, Arabica und
  • India Parchment, Robusta

Vor Röstbeginn wurde die Röstmaschine 30 Minuten vorgeheizt, damit diese gut durchgeheitzt ist und eine hohe Temperaturstabilität während des Röstvorgangs gegeben ist. Temperaturschwankungen ab +/- 5°C über mehrere Minuten machen sich im Röstergebnis bemerkbar.

Die vier Kaffeesorten wurden nacheinander im Batchbetrieb geröstet. Während des Röstvorgangs wurden alle fünf Minuten Kaffeeproben entnommen, um den Fortschritt der Röstung zu dokumentieren. Auf der folgenden Darstellung sind die gezogenen Kaffeeproben zu sehen, jeweils von der rohen Kaffeebohne bis hin zur fertig gerösteten Bohne. Zusätzlich zu den regelmäßigen Proben wurde eine Probe zum Zeitpunkt des ersten Cracks (FC – first crack) entommen.

Wie auf der Darstellung zu erkennen ist, verändern sich die Bohnen innerhalb der ersten 15 Minuten kaum. Sowohl die Farbe als auch die Größe der Bohnen sind weitgehend stabil. Nun folgt bei fast allen Bohnen der erste Crack (FC), bei dem die Bohne aufspringt, verursacht durch den sich in der Bohne aufbauenden Gasdruck.

Der Zeitpunkt des ersten Cracks variiert jeh nach Kaffeesorte.

  • Honduras, 18:40 Minuten
  • Guatemala, 17:30 Minuten
  • Maragogype, 18 Minuten
  • India Parchment, 22:30 Minuten

Wie auf der Darstellung zu erkennen ist, ist bei allen Arabicas vor 20 Minuten der erste Crack eingetreten, allerdings nicht beim Robusta, der sich circa 5 Minuten mehr gönnt. Aus diesem Grund befindet sich die Probe der 20. Minute bei den Arabicas nach dem ersten Crack und bei dem Robusta noch vor dem ersten Crack, was deutlich an der Farbe zu erkennen ist.

Auch das Röstende liegt bei den einzelnen Kaffeesorten bei unterschiedlichen Zeitpunkten.

  • Honduras, 24 Minuten
  • Guatemala, 22 Minuten
  • Maragogype, 23:30 Minuten
  • India Parchment, 25:30 Minuten

Der zu erreichende Farbwert nach der Wolfredo Farbskala liegt bei “Donna” für die Arabicas und bei “Enzio” für den Robusta. Dies wurde gegen Ende des Röstvorgangs durch Probenziehen in Zeitabständen von fünf Sekunden und einem Vergleich unter einer Echtfarblampe geprüft.

Zwei Besonderheit im Verhalten der Kaffeesorten sind erkennbar:

  • Robustas nehmen sich zu Beginn erkennbar mehr Zeit und benötigen nach dem ersten Crack besondere Kontrolle, da der Röstvorgang dann sehr schnell weitergeht.
  • Der Maragogype muss exakt überwacht werden, da dieser nach dem ersten Crack ebenfalls sehr schnell weiterröstet.

Der Röstverlust (Einbrand) der einzelnen Sorten unterscheidet sich zueinander.

  • Honduras, 19% Einbrand
  • Guatemala, 16% Einbrand
  • Maragogype, 25% Einbrand
  • India Parchment, 19% Einbrand

Die Sorte Maragogype verliert am meisten Gewicht, neben dem generell höheren Preis des Rohkaffees ein weiterer Grund, warum dieser Kaffee in gerösteter Form teurer ist als andere Sorten. Der Robusta verliert hingegen am wenigstens Gewicht, wenn man beim Vergleich berücksichtigt, dass dieser um eine gesamte Stufe dunkler geröstet wurde als die anderen Sorten.

Durch mehrere Röstvorgänge kann man lernen, den Zeitpunkt abzuschätzen, ab dem die Kaffeebohnen die volle Aufmerksamkeit benötigen. Wie sich gezeigt hat, kann man die ersten 15 Minuten ruhig und entspannt vergehen lassen. Ab der 20. Minute, besser jedoch ab dem ersten Crack, muss man seine Aufmerksamkeit auf den Röstvorgang lenken. Je nach Sorte muss in Abständen zwischen 5 bis maximal 15 Sekunden eine Röstprobe entnommen werden, um den genauen Farbwert zu bewerten und den optimalen Zeitpunkt für das Röstende zu bestimmen.

Von dem gerösteten Kaffee sollte man eine größere Probe luftdicht verschlossen an einem dunklen Ort aufbewahren. Diese Probe dient als Farbreferenz für die nächste Röstung, da auch die Wolfredo Farbskala den getroffenen Farbwert nicht exakt wiedergeben kann.

Ein Wort zum Schluß: Ein Einhalten der einmal ermittelten Röstzeit garantiert noch keine gleichbleibenden Röstergebnisse! Der Wassergehalt des Rohkaffees variiert leicht innerhalb einer Lieferung (je nach Lagerung) und besonders zwischen unterschiedlichen Lieferungen. Es ist daher wichtig, ein Gefühl für den Ablauf des Röstvorgangs zu erhalten. Nur dann ist man in der Lage, flexibel auf andere Zeitverläufe zu reagieren und ein gleiches Röstergebnis zu erzielen.

Buchtipp: “Coffee: Growing, Processing, Sustainable Production”

Posted June 3rd, 2007 by wolfram with Comments Off on Buchtipp: “Coffee: Growing, Processing, Sustainable Production”

Es gibt nicht viele Kaffeebücher, die einen hohen Informationsgehalt besitzen. Die meisten Bücher beschränken sich auf einige – sich immer wiederholende – Grundlagen und Unmengen an Rezepten, die niemand braucht.

Eine Außnahme bildet hier das Buch “Coffee: Growing, Processing, Sustainable Production” von Wiley-VCH, in englischer Sprache. Dieses Buch behandelt den ersten Abschnitt der Kaffeeverarbeitung im Ursprungsland: Anbau, Ernte, Verabeitung, Lagerung und Transport.

Wer sich intensiv mit dem Thema Kaffee beschäftigen möchte, findet in diesem Buch über lange Zeit hilfreiche und interessante Informationen.

1. Auflage – Juli 2004
329,- Euro / 520,- SFR
2004. XLVI, 976 Seiten, Hardcover
– Handbuch/Nachschlagewerk –
ISBN-10: 3-527-30731-1
ISBN-13: 978-3-527-30731-9 – Wiley-VCH, Weinheim

Zeitschrift: roast magazine

Posted June 3rd, 2007 by wolfram with 6 Comments

Eine Zeitschrift für die Kurzweil, mit oftmals sehr interessanten Berichten, ist das “roast magazine”. Der Röstprozess und Rohkaffee sind die hauptsächlich behandelten Themen. Die Zeitschrift erscheint alle zwei Monate.

Teile aktueller und zurückliegender Artikel können auf der Webseite (Link siehe unten) durchstöbert werden.

http://www.roastmagazine.com

Übersicht und Vergleichbarkeit von Röstergebnissen

Posted June 3rd, 2007 by wolfram with Comments Off on Übersicht und Vergleichbarkeit von Röstergebnissen

Konstante Röstergebnisse zu erzielen ist ein schwieriger Prozess. Besonders, wenn man keine oder wenig Erfahrung mit dem Röstprozess hat. Konstant bedeutet nicht nur, eine ähnliche Farbe der Bohne zu treffen (tatsächlich bedeutet ähnlich häufig, dass die Ergebnisse stark variieren), sondern besonders, die Charaktermerkmale von einer Röstung zur nächsten nahezu identich ausbilden zu können.

In meinem vorherigen Post über die Wolfredo Farbskala habe ich bereits ein einheitliches Farbschema vorgestellt, mittels dem die eigenen Röstergebnisse untereinander verglichen werden können. In diesem Post möchte ich auf das Thema “Übersicht und Vergleichbarkeit” eingehen, der Wichtigkeit die Röstergebnisse in einem Röstlogbuch zu protokollieren. Wie auch bei der Wolfredo Farbskala, so existiert auch hier eine Dokumentvorlage, die Ihr am Ende des Posts findet.

Meine ersten Röstversuche haben eher bescheidene Ergebnisse gebracht. Neben der Angst, die Bohnen zu dunkel zu rösten und diese zu verbrennen, war der gesamte Prozess des Röstens unbekannt. Wie lange dauert welcher Schritt? War das leise Geräusch schon der erste Crack? Wo bleibt der zweite Crack? Ich hatte vorab das Glück, einige Tage mit einem Röstmeister über das Thema zu sinnieren, an einer großen Probat Röstanlage. So konnte ich mir einige Tips mit nach Hause nehmen, die mir den Einstieg sehr viel leichter gemacht haben.

Auf den folgenden Bildern seht Ihr die schöne Probat Röstanlage und den kleinen Cafemino Bruder der Firma Toper, der bereits seit einiger Zeit in meiner Küche verweilt. Der Cafemino ist eine “preisgünstige” Alternative unter den Shopröstern, ein vollwertiger Trommelröster der konstante Ergebnissen liefert, Röstchargen von einem Kilogramm Rohkaffee verarbeitet und im Batchbetrieb laufen kann (sofort wenn eine Charge fertig ist, kann die nächste Charge geröstet werden, ununterbrochen). Ich möchte das Thema an dieser Stelle nicht zu sehr vertiefen und werde bei Gelegenheit einen kurzen Bericht über den Cafemino nachreichen, wer vorab die Bezugsquelle in Deutschland haben möchte, möge sich an mich wenden.

Zurück zum Thema. Die ersten Röstversuche berechtigen das Führen des Wortes “Versuch” in ihrem Namen. Tatsächlich weiss man noch nicht, wie das Ergebnis aussehen wird. Röstmaschine anfeuern, Rohkaffee einfüllen, 20 Minuten meinen zu wissen was man tut, die gerösteten Bohnen in die Freiheit entlassen und diese abkühlen lassen. Da man schon so viel vorab gelesen hat, weiss man wenigstens, dass die Bohnen nun erstmal eine gewisse Zeit ruhen müssen, bevor man diese neugierig in die Mühle wirft und einen ersten Espresso zubereitet (an dieser Stelle möchte ich ein wenig Vorfreude auf das Thema Cupping machen, über das ich hoffentlich bald den ersten Post nachreichen kann). Demnach bleibt genügend Zeit, einen zweiten und einen dritten Röstversuch zu wagen. Diesmal tasten wir uns an einen dunklen Röstgrad heran. Leider hat man das Verhalten gegen Ende des Röstvorgangs unterschätzt, linear funktioniert hier garnichts. Das Resultat sind zwei Chargen eines eher hellen Röstgrades und einer, der gerade noch zu genießen ist.

Am nächsten Tag werden die Bohnen neugierig verkostet, mit einem entäuschenden Ergebnis. Der Röstgrad ist für einen Espresso nicht tief genug, der Säureanteil ist spürbar und überdeckt alle anderen Aromen. Wie gut, dass wir auch einen Robusta geröstet haben, der für sich genommen scheinbar kein sonderlicher Gewinn ist (tatsächlich kann mit einem Robusta der Körper eines Blends positiv beeinflusst und die Gesamtkomposition abgerundet werden). Kombiniert mit den anderen Kaffees entsteht nun doch eine trinkbare Mischung, allerdings keine Offenbarung.

Der Mensch lernt durch Erfahrung, daher waren wir schlau und haben uns exakt aufgeschrieben, was wir getan haben. Welche Sorte haben wir geröstet? Bei welcher Anfangstemperatur wurde der Röstvorgang gestartet, bei welche beendet? Zu welchem Zeitpunkt konnte man den ersten Crack (FC, first crack) vernehmen? Wenn all diese Parameter bekannt sind und die aller weiteren Röstversuche zudem akribisch aufgeschrieben werden, entsteht durch den Vergleich der Parameter und Ergebnisse ein Gesamtbild: unser Wissen um eine gute Röstung.

Ich hatte Glück und habe von Anfang an alle Ergebnisse in ein Röstlog geschrieben.

Wolfredo Röstlog

  • Batch – Alle meine Röstversuche werden durchnummeriert. Zudem entnehme ich von jeder Röstung eine Hand voll Bohnen als spätere Farbreferenz und beschrifte diese mit der Batchnummer.
  • Datum – Das Datum der Röstung hilft festzustellen, wie lange eine spezifische Kaffeesorte nach dem Röstvorgang ruhen sollte, bis ihr Geschmack optimal ausgebildet ist.
  • Sorte – Die Sorte sollte so detailliert wie möglich angegeben werden, falls die ursprüngliche Bezugsquelle einmal nicht liefern kann und eine andere Bezugsquelle gefunden werden soll.
  • Alter – Das Alter des Rohkaffees (Wassergehalt) hilft den Einbrand (Gewichtsverlust beim Rösten) abzuschätzen und daraus die notwendige Variation der Röstdauer und Temperatur abzuleiten.
  • Gewicht – Die Menge an Rohkaffee, die in die Maschine gefüllt und am Ende aus dieser entnommen wird. Diesen Wert benötigen wir, um am Ende des Röstvorgangs den Einbrand zu berechnen. Je nach Kaffeesorte, Rösttemparatur und Röstdauer ist eine Gewichtsreduzierung zwischen 15% und 30% normal.
  • Zeiten – Der Zeitpunkt des ersten Cracks (first crack), des zweiten Cracks (second crack) und die Gesamtröstzeit.
  • Temperatur – Über die Protokollierung der Temperatur zu den wichtigsten Zeitpunkten des Röstvorgangs (Beginn, erster und zweiter Crack, Ende) ist eine grobe Übersicht über den Temperaturverlauf möglich.
  • Farbe – Parallel zur Entnahme einer Probe als Farbreferenz, werden die Bohnen mit der Wolfredo Farbskala abgeglichen und der Wert eingetragen.

Nach einer Reihe von Röstvorgägen gleicher Rohkaffeesorten mit unterschiedlichen Röstparametern, stellt sich bei genauer Protokollierung schnell ein Gefühl für die “richtigen” Parameter ein (letztendlich sind diese immer relativ und abhängig vom eigenen Geschmack).

Noch ein Tipp zum Schluß: Den ungenießbaren Kaffee aus weniger erfolgreichen Röstversuchen in einen Eimer “Trainingskaffee” umfüllen. Dieser Kaffe eigent sich hervorragend für Latte Art Übungen.

Röstgrade und Farbskala

Posted June 2nd, 2007 by wolfram with 2 Comments

Wenn man zum ersten Mal röstet ist es hilfreich, eine Referenz zur Hilfe zu nehmen, anhand der man die Farbwerte der Röstung abschätzen und Vergleiche zwischen verschiedenen Röststufen vornehmen kann.

Da im Internet hierzu kaum Informationen vorhanden sind und der Erwerb kommerzieller Agtron Meßsysteme und Farbskalen sehr teuer ist, habe ich über die Zeit eine eigene Farbskala entwickelt. Diese Farbskala hilft, eigene Ergebnisse vergleichbar zu machen. Sie hilft nicht zur generellen Normierung von Farbwerten, da der Ausdruck, den Ihr auf Eurem eigenen Farbdrucker vornehmt, nicht exakt meinen tatsächlichen Farben entspricht. Solltet Ihr die Skala nutzen wollen, um Röstergebnisse mit anderen Personen vergleichen zu können, so müsst Ihr sicherstellen, dass diese exakt Eure Farbskala verwenden (am besten auf demselben Drucker mehrere Exemplare drucken).

Die Unterschiede der Farben unter Verwendung unterschiedlicher Farbdrucker hängt mit der Farbverwaltung Eures Bildbearbeitungsprogramms, der Farbverwaltung des Druckers, der eingesetzen Tinte und dem verwendeten Papier zusammen. Die Wolfredo Farbskala ist auf das Epson Stylus Farbmanagement unter Verwendung der Originaltinte und dem Glossy-Fotopapier geeicht.

Die Wolfredo Farbskala besteht aus sechs Farbstufen, die für den Heimgebrauch völlig ausreichen und nur als grobe Referenz genutzt werden. Die Röststufen sind hierbei nach italienischen Vornamen benannt, abwechselnd männlich und weiblich. Die Namen beginnen mit den ersten Buchstaben des Alphabets, dadurch kann bereits unter Verwendung eines Buchstabens der Röstgrad angegeben werden.

  • Anastasio (A)
  • Bianca (B)
  • Celesto (C)
  • Donna (D)
  • Enzio (E)
  • Fortunata (F)

Diese Röstgrade verwende ich in allen weiteren Dokumenten, die ich in späteren Posts noch erwähnen werde. Es sind auch Angaben wie D/E möglich, was bedeutet, dass ein Röstgrad zwischen Donna und Enzio liegt. Der Röstgrad F (Fortunata) ist übrigens absichtlich so benannt, da es bei einer solch dunklen Röstung etwas Glück (Erfahrung hilft auch) braucht, um den Kaffee nicht zu verbrennen.

Druckt die Farbskala aus und legt Sie als Referenz beim Rösten neben Euch. Die Kaffeebohnen können auf den Farbfeldern verschoben werden und so der Röstgrad ermittelt werden (sofern Ihr Röstproben während des Röstvorgangs entnehmen könnt).

Wichtig ist, dass Ihr nicht unter Kunstlicht arbeitet, sondern bei Tageslicht. Alternativ kann eine Echtfarblampe (true color) genutzt werden, die dem Tageslicht sehr nah kommt (Kosten ca. 35,- Euro). Genormte Lichtverhältnisse sind wichtig, da die Referenzfarben Ihren Charakter abhängig vom vorhandenen Umgebungslicht verändern. Ihr würdet unterschiedliche Röstgrade erhalten, wenn Ihr einmal bei Tageslicht (oder einer “true color” Lampe) röstet und nochmals unter normalem Kunstlicht. Das Ziel beim Rösten ist es, reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen. Wie schade, wenn eine gut gelungene Röstung nicht reproduziert werden kann.

Wer erstmals röstet, sollte sich vorsichtig den dunkleren Röstgraden nähern. Ich empfehle zunächst nur bis zum Rösgrad D (Donna) zu rösten. Der Charakter einer Kaffeesorte geht schnell verloren, wenn man ihn zu dunkel röstet und es dann nurnoch nach “Röstaroma” (also verbrannt, kaputt) schmeckt.

Hallo!

Posted June 2nd, 2007 by wolfram with Comments Off on Hallo!

Hallo und willkommen auf meinem Blog!

Auf dieser Seite werde ich über die Zeit Informationen und Erfahrungsberichte bezogen auf mein Hobby – den Kaffee – bereitstellen. Da mir der Einstieg in das Thema “ambitionierter Freizeitbarista” mangels leicht verfügbarer Informationen nicht gerade leicht gemacht wurde, werde ich versuchen, auf dieser Webseite all die Informationen bereitzustellen, die ich mir selbst immer gewünscht habe (und Sätze mit weniger Komata werde ich auch konstruieren, wenn es mir denn gelingt, was nicht immer so einfach ist, wie Ihr sicherlich wisst).

Was das Thema Kaffee angeht bin ich ein Spätzünder, dafür aber umso ambitionierter zum jetzigen Zeitpunkt (so nenne ich es, Bekannte und Kollegen verwenden hierfür andere Vokabeln, denen ist einfach nicht zu helfen). Wie Ihr sicherlich schnell feststellen werdet, beschäftige ich mich mit ziemlich allen Aspekten des Themas Kaffee, nur die eigene Plantage für den Rohkaffee fehlt noch. Warum das so ist? Ich habe kein Geld für eine Plantage! Ach so, warum ich mich mit allen Aspekten des Themas Kaffee beschäftige? Da ich gerne koche und über die Jahre ein gutes Gefühl entwickelt habe, welche Zutaten zu welchem Ergebnis führen, kann ich heute eine Idee eines Gerichts und eines Geschmacks haben und weiss, wie ich dies erreiche. Ähnlich wollte ich das mit dem Kaffee halten: lernen, welche Zutaten, Verarbeitungsschritte und Nuancen zu welchem Ergebnis in der Tasse führen. Da das Thema sehr weitläufig und nichts wertvoller als die eigene Erfahrung ist, eignet es sich wunderbar als Hobby.

Für alle Anregungen und Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar, schreibt mir einfach ein Mail (wolfram@wolfredo.de) oder meldet Euch am System an und kommentiert und diskutiert die Einträge.

Viel Spass und kommt bald wieder.

Wolfram

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