Triangulartests

Posted:  July 28th, 2007 by:  wolfram comments:  Comments Off on Triangulartests

Den Ablauf einer Verkostung habe ich bereits in Cupping Grundlagen beschrieben. Besonders zu Beginn ist es sehr schwer, die Eindrücke bei einer Verkostung richtig zu erfassen, diese im Gesamtkontext einzuodnen und das Ergebnis zu artikulieren. Eine Hilfe, die sensorischen Fähigkeiten aufzubauen und sich gleichzeitig den entsprechenden Wortschatz anzueignen, sind Triangulartests.

Triangulartest

Triangulartests basieren auf dem direkten Vergleich von zwei Kaffeesorten zueinander. Ziel ist es, einen der Kaffees herauszuschmecken und diesen aus der Gruppe von Kaffees auszusortieren. Zu Beginn übt man mit drei Schalen, von denen eine Schale mit Kaffee A und zwei Schalen mit Kaffee B gefüllt sind. Die Schalen werden in einer dem Verkoster unbekannten Reihenfolge platziert und dieser muss die unterschiedliche Sorte (Kaffee A) herausschmecken. Ist dies geschafft, werden die Kaffees neu angeordnet und man beginnt von vorne.

Je Durchlauf nimmt die Sensitivität im Mund ab und eine Unterscheidung wird schwieriger. Je weniger Erfahrung und Praxis man hat, desto schwieriger fallen weitere Runden. Ist man bereits über die Grundlagen hinweg, kann man den Schwierigkeitsgrad weiter steigern.

  • Veränderung des Verhältnisses der Sorten zueinander (2:1, 2:2, 4:4), hierbei müssen jeweils alle Kaffees einer Sorte aussortiert werden.
  • Verkostung von gleichen Sorten unter Beimischung einer weiteren Sorte bei einer der Kandidaten. Die beigemischte Menge kann hier stufenweise reduziert werden, um eine noch feinere Wahrnehmung zu trainieren. Beispiel: 90% Kopi Luwak + 10% Hawaii Kona gegen 100% Kopi Luwak (nur der weise Leser erkennt den Witz)

Die Grundvoraussetzung für Triangulartests sind identisch zu denen einer normalen Verkostung. Die Zeit, die Aufnahmefähigkeit für sensorische Eindrücke und die Vorbereitung sind ein wichtiger Bestandteil. Die folgenden Faktoren sind besonders zu beachten.

  • Einheitlicher und grober Mahlgrad
  • Gleiche Menge Kaffeemehl (10 Gramm je Kaffee)
  • Gleiche Menge Wasser (200 Milliliter je Kaffee)
  • Ziehdauer (3 Minuten)

Triangulartests sind sehr gut zum Üben geeignet, da man gezielt den Unterschied zwischen den Kaffees herausfinden muss. Zu Beginn eine Session ist dies über die Aromen möglich (Runde 1 bis 3), im weiteren Verlauf nimmt die Empfindlichkeit der Geschmacksknopsen für die Aromen ab und man versucht über den Säuregehalt oder den Körper eine Unterscheidung herzuleiten. Es werden daher alle sensorischen Eigenschaften angesprochen, zudem beschäftigt man sich sehr intensiv mit den Wahrnehmungen.