Fairtrade gleichbedeutend mit Qualität?

Posted:  July 2nd, 2007 by:  wolfram comments:  Comments Off on Fairtrade gleichbedeutend mit Qualität?

Fair gehandelter Kaffee, möglichst aus ökologischem Anbau, ist im Trend. Doch was treibt diesen Trend voran? Ist es der Konsument, dessen soziales Gewissen ihn zum Kauf der teureren Variante greifen lässt oder sollte die Qualität der Kaffees der Grund hierfür sein?

Mir ist eine Probe eines fair gehandelten Robusta Kaffees aus Kamerun in die Hände gefallen, aus ökologischem Anbau. Der Preis des Rohkaffees je Kilogramm liegt 1,50 Euro über dem Preis eines sehr guten Robustas aus Indien, dementsprechend waren die Erwartungen hoch. Zum Vorschein kam jedoch ein unterdurchschnittlicher Kaffee mit vielen Mängeln.

  • Der Anteil vollständig verrotteter Bohnen (sog. Stinkerbohnen) war sehr hoch. Die Vielzahl solcher Bohnen hat es unmögllich gemacht, diese nachträglich händisch auszusortieren. Der Kaffee ist praktisch nicht zu verwenden.
  • Parallel zu den Stinkerbohnen gab es eine große Anzahl an teilweise angeschimmelten Bohnen.
  • Fast alle Bohnen haben Lochfraß, wurden also bereits von Parasiten angefressen.

Fairtradekaffee aus Kamerun

Auch wenn man über den letzten Punkt diskutieren kann, da Lochfraß ein Zeichen für den Verzicht von Pestiziden sein kann und sich nicht zwingend auf den Geschmack auswirkt, so ist das Bild insgesamt sehr schlecht.

Der Konsument sollte sich dessen bewusst sein, dass Fairtrade und ökologischer Anbau keine Garantie für Qualität sind. Wer trinkt schon freiwillig einen schlechten Kaffee, nur um sein soziales Gewissen zu beruhigen und das zu einem höheren Preis?

Bei fair gehandeltem Kaffee sollte der Konsument weiterhin die richtigen Signale setzen und Qualität einfordern, gerne auch zu einem etwas höheren Preis.