Nachtrag – Deutsche Baristameisterschaft 2008

Posted:  February 16th, 2008 by:  wolfram comments:  Comments Off on Nachtrag – Deutsche Baristameisterschaft 2008

“Echt, eine Meisterschaft für Kaffee kochen?” – Ja, fast!

Die SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) verfolgt mit der Kaffee-Olympiade und den parallel stattfindenden Veranstaltungen das Ziel der Aufklärung von Gastronomen und Konsumenten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Vermittlung von Wissen in einer anschaulichen, nicht zu theoretischen Form.

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Wenige Kaffeekonsumenten wissen, dass die Qualitätsunterschiede von einem Kaffee zu einem anderen so gravierend sein können, wie der Unterschied eines Chateau Lafite Rothschild zu einem Billigwein. Kaffee ist kein Wachmacher, sondern ein vielseitiges und komplexes Getränk mit über 1000 aromabildenden Stoffen. Die Kaffee-Olympiade ist eine geeignete Veranstaltung, um diese Vielseitigkeit zu zeigen.

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Ein guter Barista ist der Sommelier des Kaffees. Sein Wissen beginnt bei Herkunftsländern und Regionen und deren Auswirkungen auf den Geschmack. Hinzu kommt ein breites Wissen über Verarbeitungsprozesse, chemische Veränderungen in den einzelnen Phasen der Röstung und Zubereitung und zahlreiche weitere geschmacksbestimmende Faktoren. Und weil es so viel zu wissen gibt, macht es Spaß, sich mit anderen zu messen, um die Grenzen der Perfektion immer weiter zu verschieben. Der wichtigste Teil hierbei ist, neue Inspirationen zu erhalten, sich auszutauschen und einen permanenten Prozess in Gang zu halten. Genau dies ermöglicht die Baristameisterschaft.

Die Vorbereitungszeit für eine Meisterschaft ist recht intensiv. Neben den Abläufen, die permanent optimiert und geübt werden, werden Getränke entworfen. Man hat eine eigene Idee eines Espressos, eines Cappuccinos und einer Eigenkreation auf Espressobasis und möchte diese präsentieren.

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Wie bereits 2007 fand die Deutsche Baristameisterschaft 2008 auf der Messe ambiente in Frankfurt statt. Die Messe Frankfurt sponsert die Veranstaltung und ermöglicht so ein Event auf hohem Niveau. Die SCAE ist ein Verein und keine kommerzielle Organisation, vor diesem Hintergrund muss man die erbrachte Leistung besonders hoch werten. Fast alle Hilfskräfte, Juroren und Organisatoren arbeiten ehrenamtlich, bereiten das Event Monate vorher vor. An dieser Stelle einen großen Dank für die viele Arbeit.

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Bei mir waren einige Personen involviert, die mir in der Vorbereitungsphase für die Deutsche Meisterschaft als Ansprechpartner zur Verfügung standen und mit sehr guten Anregungen weiter halfen. Aus Zeitgründen konnte ich auf diesen breiten Fundus an Kaffeewissen leider nicht oft genug zugreifen.

Peter, Arsen und allen Mitarbeitern vom Espresso-Store danke ich für die Trainingsmöglichkeiten und die viele Zeit, in denen sie erste Varianten eines noch nicht ausgereiften Signaturedrinks verkosten “durften”. Ohne die Unterstützung von Peter und Arsen am Wettkampftag hätte ich meine Ausrüstung zudem nicht rechtzeitig auf die Messe bekommen, das wäre es dann gewesen…

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Ingo Rogalla danke ich für sein sehr gutes Feedback, das mir geholfen hat, meinen Signaturedrink zu verbessern, für die konstruktive Kritik und die Tipps zur Präsentation. Ich bin immer noch beeindruckt von Ingos sensorischen Fähigkeiten, ich drücke ihm die Daumen für die Cupping Weltmeisterschaft.

Markus Rast von der Kaffeerösterei Rast danke ich herzlich für die Entwicklung des Blends für meine Meisterschaft und entschuldige mich gleichzeitig dafür, dass ich die Komplexität und Feinheit dieses Espressos unter Wettkampfbedingungen nicht zeigen konnte. Frisch gerösteten Kaffee aus der Schweiz rechtzeitig durch den Deutschen Zoll zu bekommen hat zudem einiges an Logistik erfordert.

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Der von mir verwendete Blend ist ein 100% Arabica-Blend aus den Sorten Antigua (Guatemala), Yellow Bourbon (Brasilien) und Tres Rios (Costa Rica). Dieser ist sehr lebendig und fruchtig, mit leichten Nuss- und starken Schokoladenoten. Die einzelnen Nuancen “umspielen” die Zunge und liefern einen sich ständig leicht wechselnden Eindruck.

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Nicht vergessen darf ich die Mannschaft der Kaffeerösterei KFE-Kaffee aus Landau. Dort habe ich sehr früh im Vorfeld der Meisterschaft einige Zeit am Röster verbracht und sehr viel über den Röstprozess gelernt.

Das folgende Bild zeigt nochmals die drei Gewinner (von links nach rechts: Julia Runge, 2. Platz – Thomas Schiessl, 1. Platz – Nana Holthaus-Vehse, 3. Platz).

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Ich freue mich auf kommendes Jahr, ich bin sicher, wir sehen uns dort wieder.