Gene Cafe, eine Proberöstung

Posted:  December 16th, 2007 by:  wolfram comments:  Comments Off on Gene Cafe, eine Proberöstung

Der Gene Cafe ist ein Heimröster für den privaten Gebrauch. In einem früheren Posting habe ich diesen bereits kurz vorgestellt, hier nun die Beschreibung einer Proberöstung und erster Eindrücke.

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Der Gene Cafe ist ein Röster, der auf Basis eines Heizgebläses arbeitet. Raumluft wird angesaugt, über Heizelemente und dann in die Röstkammer geleitet. Auffällig ist, dass die Heiztemperatur sehr schnell erreicht wird, allerdings wird dies durch eine sehr heiße Einströmluft erkauft. Die in die Röstkammer eingeleitete Luft liegt deutlich über den eingestellten 220°C, die Temperatur der Austrittsluft lag durchschnittlich 40°C unter der der Eintrittsluft.

Für konstante Röstergebnisse nicht optimal sind Schwankungen bei der Rösttemperatur. Die Anzeige am Gene Cafe schwankte bei den einzelnen Proberöstungen zwischen 208°C und 225°C, bei einer eingestellten Rösttemperatur von 220°C. Ob dies auf die Art der Messung im Gerät oder eine inkonsistente Temperatur zurückzuführen ist, möchte ich noch durch eigene Temperaturmessungen prüfen. Die bauartbedingte Temperaturstabilität eines professionellen Trommelrösters sollte man bei einem solchen Gerät allerdings auch nicht erwarten.

Der Röstgrad nach 21 Minuten Röstung bei 220°C fällt beim Gene Cafe wesentlich leichter aus, als eine vergleichbare Röstung auf einem Trommelröster bei gleicher Temperatur. Bei der Übertragung von Röstprofilen von einem Trommelröster auf den Gene Cafe ist daher eine Verlängerung der Röstzeit und eine Erhöhung der Rösttemperatur notwendig.

Die folgenden Bilder zeigen den Röstverlauf beim Gene Cafe. Positiv überrascht die relativ gute visuelle Einschätzbarkeit der aktuellen Rösttiefe. Da der Röstvorgang selbst langsamer abläuft als in einem Trommelröster, hat man zudem mehr Zeit, auf Farbunterschiede zu reagieren und den Röstvorgang zu beenden. In jedem Fall sollte man den Kühlvorgang des Geräts abbrechen und die Kühlung der Bohnen außerhalb des Geräts in einem Edelstahlbehäter durchführen. Die Kühlzeit des Gene Cafe beträgt zehn Minuten, es werden für circa fünf weitere Minuten warme Luft zugeführt, wodurch keine schnelle Kühlung und dadurch kein schnelles Röstende erreicht wird.

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Wichtig für die Bewertung der Rösttiefe sind genormte Lichtverhältnisse. Niemals sollte man unter normalem Kunstlicht rösten. Sollte eine Röstung bei Tageslicht nicht möglich sein, sollte man unter Tageslichtlampen rösten, die das Lichtspektrum des Tageslichts nachempfinden.

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Sehr positiv fällt die Nutzbarkeit des Geräts im privaten Bereich auf. Auch bei mittleren bis dunklen Röstungen entsteht nur minimaler Rauch, hauptsächlich bedingt durch die relativ kleine Röstchargengröße von 250 Gramm. Auch ohne Dunstabzugshaube ist der Gene Cafe völlig wohnungstauglich. Ein weiterer positiver Aspekt ist der Auffangbehälter für die feinen Häutchen, die sich beim Rösten von der Oberfläche der Kaffeebohnen lösen. Andere Heimröster, die kein geschlossenes System sind, blasen diese Häutchen im Raum umher und verursachen unnötigen Dreck. Beim Gene Cafe werden diese Häutchen in einem Auffangbehälter gesammelt.

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