Gene Cafe

Posted:  November 9th, 2007 by:  wolfram comments:  Comments Off on Gene Cafe

Schon auf der kulinart hatten mir die Leute vom Espresso-Store angeboten, mir leihweise einen Gene Cafe zur Verfügung zu stellen. Inzwischen ist das Gerät bei mir eingetroffen und ich habe einige erste Röstversuche gestartet.

Gene Cafe ohne Bohnenbehäter

Der Gene Cafe ist ein Heimröster, in einer kompakten Bauform, der mittels heißer Luft kleine Chargen von bis zu 300 Gramm Rohkaffee rösten kann.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass das Gerät zu einem großen Teil aus Kunststoffteilen besteht. Der erste Verdacht, dass ein Neugerät zunächst sehr viele Kunstoffdämpfe abgibt, hat sich bestätigt. Vor dem ersten richtigen Röstbetrieb empfiehlt es sich, den Gene Cafe mehrmals leer laufen zu lassen, bei steigender Temperatur. Nach dem dritten Durchlauf (je 10 Minuten) waren die abgegebenen Dämpfe nicht mehr erkennbar und man konnte erste Röstversuche starten.

Bohnenbehälter / Rösttrommel

Etwas schwierig ist es, den optimalen Röstgrad zu finden. Mit den eingebauten Funktionen erreicht man nur eine Näherung. Der Gene Cafe läuft circa 5 weitere Minuten in der Kühlphase, die eigentliche Kühlung setzt erst einige Minuten nach dem offiziellen Kühlbeginn ein. Diese “Kühlzeit” – die genau genommen keine ist, da weiterhin heiße Luft an die Bohnen abgegeben wird – muss bei der Gesamtröstzeit berücksichtigt werden. Da ein optimales Röstende nicht vorausgesagt werden kann, sondern von vielen Faktoren abhängt, ist es besser, den Abbruch manuell vorzunehmen und die Bohnen außerhalb des Gene Cafe zu kühlen (VORSICHT: der Bohnenbehälter und das ganze Gerät sind heiß!).

Röster mit Trommel

Ein weiterer Faktor der beachtet werden sollte ist die Temperaturstabilität. Anders als ein Trommelröster, der durch seine massivere Bauart unempfindlich gegen äußere Temperaturveränderungen ist, reagiert der Gene Cafe bereits auf einen Windzug mit Temperaturschwankungen. Aus diesem Grund sollte der Gene Cafe innerhalb geschlossener Räume betrieben werden, zumindest bei kaltem Wetter ist das eine Voraussetzung für nahezu kontrollierbare und konsistente Röstergebnisse.

Luftauslass

Erste Röstversuche haben gezeigt, dass es schwierig ist den optimalen Röstgrad zu ermitteln. Da man keine Proben ziehen kann, kann man die Rösttiefe nicht exakt bestimmen. Ein exakter Farbvergleich der im Röster befindlichen Bohnen mit einer Farbskala oder vorhandenen Röstproben ist unmöglich, feine Farbnuancen können durch den Röstbehälter nicht erkannt werden.

Luftauslass im Betrieb

Ich werde einige meiner Blends mit dem Gene Cafe nachrösten und versuchen, die Röstprofile entsprechend auf den Gene Cafe zu übertragen. Die Ergebnisse werde ich in einem weiteren Post präsentieren. Ich bin gespannt, wie die Ergebnisse des Gene Cafe verglichen mit denen eines Trommelrösters sind.

Auf den ersten Blick ist der Gene Cafe in jedem Fall ein solides Gerät für den Hausgebrauch, auch wenn er bauartbedingt mit einigen Einschränkungen leben muss. Die Frische der Ergebnisse schlägt in jedem Fall alle abgepackten Kaffees, nur die Rösterrei um die Ecke kann dies übertreffen.