Zeitschrift “Crema”

Posted:  October 13th, 2007 by:  wolfram comments:  1

Ein neues Zeitschriftenformat schickt sich an, die Kioske zu erobern. crema (www.cremagazin.de) richtet sich an alle Jünger der braunen Bohne. Das Format scheint interessant, dennoch offenbart die erste Ausgabe einige Schwächen.

Crema Magazin

Der Inhalt ist geprägt von sehr viel Werbung und dies nicht nur in den offensichtlichen Werbeteilen. Die Artikel gehen wenig kritisch an die behandelten Themen heran, die Parallelen zwischen geschalteter Werbung und den “getesteten” Produkten sind teilweise zu offensichtlich.

Für künftige Ausgaben habe ich zwei Wünsche:

  • Kaffeeverkostungen anhand nachvollziehbarer Kriterien (hierzu empfehle ich die aktuelle Diskussion bezogen auf die Evaluierung von Espresso unter www.coffeegeek.com). Sollte sich hierbei herausstellen, dass ein Kaffee unterdurchschnittlich ist, sollte das erkennbar sein. Es ist einfach unrealistisch, ein Massenprodukt mit einer kleinen Charge Spezialitätenkaffee einer Privatrösterei zu vergleichen, und keinen Unterschied festzustellen. Die Großküche einer Kantine produziert andere Ergebnisse als der kleine Italiener um die Ecke, diese Unterschiede sollten benannt werden.
  • Vergleiche zwischen Espressomaschinen sollten so durchgeführt werden, dass ein konkretes Ergebnis daraus abgeleitet werden kann. Wenn eine Maschine nur mäßigen Espresso bereitet, sollte dies in den Ergebnissen Erwähnung finden. Ein Vollautomat und eine Siebträgermaschine stehen, was den Geschmack des Ergebnisses angeht, außer Konkurrenz, so ehrlich sollte man sein. Da der Kunde meist den “perfekten Espresso” aus einer “fast kostenlose Maschine” möchte, sollte er aus den Ergebnissen ableiten können, wieviel Geld er für welches Ergebnis investieren muss. Am Ende ist es wie bei den Automobilen: Wer Mercedes fahren möchte, muss Mercedes bezahlen (und wer drin sitzt, weis wafür er gezahlt hat)!

Abgeshen von den erwähnten Punkten finde ich das Format sehr gelungen. Wer die aktuelle Ausgabe kostenlos durchstöbern möchte, kann sich unter www.cremagazin.de ein Probeheft zusenden lassen.

1 Comment

Posted By: Steffen On: April 21, 2011 At: 5:31 pm

Wer sich mit dem Gedanken trägt vielleicht selbst ein Cafe eröffnen zu wollen, sollte sich nicht unbedingt blind und überenthusiastisch der Idee hingeben. Um aus einer Idee ein tragfähiges Konzept zu gestalten bedarf es einiger Vorüberlegungen und Hintergrundwissen. Bislang scheint es nur wenige Bücher zu geben, die sich speziell mit dem Thema Coffee/Tee Shop auseinander setzen. Ein meines Erachtens ganz brauchbares Buch ist “How to Open a Financially Successful Coffee, Espresso & Tea Shop” von Elisabeth Godsmark und Lora Arduser. Ich habe es als KINDLE edition ohne CDROM eher zufällig gekauft. Obwohl einige Verweise auf Formulare des amerikanischen Marktes verweisen, behalten doch fast alle Teile des Buches auch internationalen Kontext ihre Gültigkeit.