SCAE Kaffee Olympiade 2008

Posted February 6th, 2008 by wolfram with Comments Off on SCAE Kaffee Olympiade 2008

Zuschauer letztes Jahr, Teilnehmer dieses Jahr. Als ich im Oktober letzten Jahres etwas übereilt und optimistisch meine Anmeldung zur Deutschen Baristameisterschaft 2008 eingereicht habe, war mir nicht bewusst, wie schnell die Zeit bis dahin vergehen wird. Hilft alles nichts, der Tag der Wahrheit nähert sich unausweichlich.

Kommendes Wochenende findet die “SCAE Kaffee Olympiade” in Frankfurt statt. Von Freitag (08.02.) bis Montag (11.02.) dreht sich alles um das braune Gold, parallel zur Messe ambiente. Teil der Olympiade sind folgende Wettbewerbe.

  • Barista Championship
  • Coffee & Spirit Competition
  • Latte Art Contest
  • Röster-Meisterschaft
  • Cup Tasting Contest

Ich bin sehr gespannt, wie die von mir ausgewählten Kaffees bewertet werden, ob mein Signaturedrink gefällt, wie schusselig man sein wird und warum dann schon wieder alles vorbei ist. In jedem Fall werde ich nach der Meisterschaft ausführlich berichten.

Ich hoffe wir sehen uns kommendes Wochenende in Frankfurt.

Weitere Informationen:

Refraktometer – Messbare Qualität

Posted January 26th, 2008 by wolfram with 4 Comments

Endlich! Ein Werkzeug, mit dem die Qualität von Espresso messbar wird, jedenfalls unter gewissen Voraussetzungen. In meinem letzten Posting habe ich es bereits erwähnt: das Refraktometer. Mittels eines Refraktometers lässt sich die Dichte einer Flüssigkeit bestimmen, die Maßeinheit hierfür ist Grad Brix (auch als °Brix geschrieben).

Die Verwendung eines digitalen Refraktometers macht dessen Einsatz sehr einfach, besonders im Vergleich zu rein optisch arbeitenden Alternativen. Ein Sensor wird mit einigen Millilitern einer Flüssigkeit beträufelt und die Messung per Knopfdruck gestartet. Ein optisches Element sendet nun Lichtimpulse aus, die von einem weiteren optischen Element ausgewertet werden. Ausgewertet wird die Lichtbrechung an der Grenzfläche der Flüssigkeit, die sich in Abhängigkeit der in der Flüssigkeit gelösten Teile verändert.

Ab hier wird es für den Kaffeefan interessant. Mittels eines Refraktometers kann man die Extraktionsgrad von Espresso bewerten, also die Menge der im Wasser gelösten Teile aus dem Kaffeemehl, nach einer Extraktion. Nicht bewerten kann man den Geschmack insgesamt. Ob ein Espresso sauer, bitter oder verbrannt ist, lässt sich an einem Refraktometer nicht ablesen. Ausgehend von einer guten und frischen Röstung kann man allerdings bewerten, wie gut diese extrahiert wurde und darauf basierend eine Aussage über die Frische und die Zubereitung des Espressos treffen.

Welchen praktischen Nutzen hat ein Refraktometer?

  • Vergleich des Extraktionsverhaltens von Espressomaschinen
  • Qualitätskontrolle bei der Zubereitung von Espresso
  • Bewertung der Frische von Espresso

Das Refraktometer zum vergleichen von Espressomaschinen

Jede Espressomaschine liefert andere Voraussetzungen für die Zubereitung eines Espressos. Besonders gravierend ist der Unterschied zwischen Vollautomaten und Siebträgermaschinen, aber auch Siebträgermaschinen untereinander weichen voneinander ab. Um einen aussagekräftigen Vergleich für die Praxis zu erhalten, wurde mit folgenden Parametern gearbeitet.

  • Selbe Kaffeesorte und Charge – Die Bohnen kommen alle aus derselben Verpackung und haben dasselbe Alter
  • Brühdruck im Bereich zwischen 9 und 9,5 Bar
  • Kaffeemenge zwischen 7 und 8 Gramm
  • Extraktionszeit zwischen 24 und 27 Sekunden

Der Mahlgrad wurde jeweils auf die Maschine abgestimmt, ebenso wurden die Parameter wie Brühdruck, Kaffeemenge und die Extraktionszeit je Maschine leicht variiert, da das jeweils beste Ergebnis gefunden werden sollte (theoretische Werte helfen später wenig). Die Siebgrößen (Durchmesser, Höhe, Lochung) der einzelnen Maschinen weichen bereits stark voneinander ab, ebenso wie die Brühgruppen, die mehr oder weniger gut den Druck gleichmäßig auf den gesamten Kaffeekuchen verteilen können.

Die folgende Übersicht zeigt einen kleinen Vergleich zwischen unterschiedlichen Geräten. Die Werte stehen stellvertretend für eine Reihe von Maschinen der jeweiligen Kategorie, aus diesem Grund nenne ich die Fabrikate explizit nicht.

  • 3,3°Brix – Vollautomat, ab 700,- Euro
  • 11,1°Brix – Siebträger, Heimmaschine, Einkreiser, kleiner 800,- Euro
  • 12,8°Brix – Siebträger, Heimmaschine, Zweikreiser, ab 1200,- Euro
  • 14,1°Brix – professionelle Gastronomiemaschine

Wie man unschwer erkennen kann, gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen Vollautomaten und Siebträgermaschinen. Der Extraktionsgrad der Gastronomiemaschine liegt um mehr als den Faktor vier höher als der eines Vollautomaten, entsprechend intensiv und aromareich ist der Espresso (zum Vergleich, Filterkaffee hat eine Dichte von 1,7°Brix). Der sehr hohe Unterschied von Vollautomaten zu Siebträgermaschinen ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen.

  • Die Kammergröße bei Vollautomaten fasst eine wesentlich kleinere Menge an Kaffeemehl (weniger als 5 Gramm), dies ist bereits an der sehr kurzen Mahlzeit der eingebauten Mühle erkennbar. Die getestete Maschine war bereits in einer höheren Preisklasse angesiedelt und hatte ein gutes Mahlwerk. Bei günstigen Maschinen ist hier mit weiteren Abstrichen zu rechnen, da das Kaffeemehl nach der Mahlung nicht gleichmäßig ist und die Extraktion daher ebenso ungleichmäßig abläuft.
  • Vollautomaten müssen sich selbst reinigen können. Eine besonders feine Mahlung ist aus diesem Grund nicht möglich, da dies zu Verstopfungen führen würde.
  • Es existieren, abhängig von der Preisklasse der Maschine, mehr oder weniger große Schwankungen beim Brühdruck und der Extraktionstemperatur.
  • Die Extraktion läuft zu schnell (Geschwindikeit der austretenden Flüssigkeit), dies ist ebenso auf den viel zu groben Mahlgrad zurückzuführen, da das Kaffeemehl dem Wasser nicht genug Widerstand entgegen setzen kann.

Die Siebträgermaschinen liegen mit Ihren Ergebnissen erwartungsgemäß näher beieinander. Günstigere Geräte nutzen häufig noch keine professionelle Brühgruppe, wie beispielsweise die sehr gute E61 Brühgruppe, und haben einfach gebaute Siebe, deren Fassungsvermögen geringer ist. Entsprechend kleiner ist der gemessene °Brixwert. Die hochpreisigen Maschinen für den Privatgebrauch können sich bei der Espressoqualität direkt mit den professionellen Gastronomiemaschinen messen. Die Gastronomiemaschinen spielen ihre Vorteile häufig erst in anderen Bereichen aus, wie konstantere Temperatur, mehreren Brühgruppen und stärkerer Dampfausstoß.

Ich würde die Definition eines Espressos (Kaffeemenge, Brühdruck, Extraktionszeit und Flüssigkeitsmenge) um eine Angabe der Extraktionsdichte erweitern. Die Bezeichnung Espresso verdienen Getränke ab einer Dichte von circa 12°Brix, richtig lecker wird es im Bereich zwischen 14°Brix und 18°Brix.

Das Refraktometer zur Qualitätskontrolle

Das Refraktometer ermöglicht es, Unterschiede zwischen mehreren gemeinsam zubereiteten Espressi erkennbar zu machen. Daher eignet es sich hervorragend für die Qualitätskontrolle in Coffee-Shops. Hierzu bereitet ein Barista vier Espressi zu, parallel an zwei Brühgruppen, bei sonst gleichen Parametern. Weicht nun die Messung der einzelnen Espressi voneinander ab, wurde nicht gleichmäßig gearbeitet.

Die Obergrenze für die Abweichung des Extraktionsergebnisses der Espressi aus derselben Brühgruppe liegt bei maximal 0,2°Brix. Eine höhere Abweichung lässt auf Fehler bei der Zubereitung schließen. Die Ursache kann in diesem Fall Channeling (Parameter: Füllmenge, Mahlgrad, Anpressdruck) oder ein ungleicher Auslauf des Espresso (Parameter: ungleiche Kaffeemehlverteilung im Siebträger, schräges Tampen, nicht ausbalanciert aufgestellte Maschine) sein.

Die Abweichung der Extraktionsergebnisse von Brühgruppe eins zu Brühgruppe zwei darf maximal bei 0,5°Brix liegen. Die häufigste Fehlerquelle bei einem Vergleich der Ergebnisse der Extraktion an verschiedenen Brühgruppen ist die Extraktionszeit. Die übrigen Fehlerquellen (siehe oberer Absatz) bleiben zudem bestehen.

Die größte mögliche Abweichung ergibt sich aus der Kenngröße, ab der die Abweichung der aromatischen und taktilen Eigenschaften des Espressos deutlich erkennbar werden. Bei 0,5°Brix ist die absolute Obergrenze erreicht, ideal bei der Extraktion ist ein identischer Wert zu jeder Zeit, bei allen Brühgruppen.

Im Coffee-Store sollten alle Getränke gemessen werden, damit man weiß, welche Extraktion das beste Ergebnis liefert. Im laufenden Betrieb kann man so sehr schnell prüfen, ob die aktuell ausgeschänkten Getränke diesen Standards entsprechen. Besonders in solchen Läden, in denen die Baristi nicht über die sensorischen Eigenschaften verfügen Zubereitungsfehler selbst zu erkennen.

Bewertung der Frische von Kaffee

Je älter Kaffee ist, desto weniger Substanzen gibt dieser bei der Extraktion ab. Dies ist bedingt durch den Verlust an Kohlendioxid, das für die Bildung der Crema wichtig ist, und den gleichzeitigen Aromaverlust (der Austritt von Kohlendioxid befördert Aromen aus der Bohne hinaus). Ab dem Zeitpunkt der Röstung gibt Kaffee kontinuierlich Kohlendioxid ab.

Die Bewertung der Frische ist nur möglich, wenn man alle Parameter der Zubereitung ausschließen kann.

  • Gleiche Parameter bei der Zubereitung (Barista)
  • Selbe Maschine, keine Justierung des Extraktionsdruck, der Temperatur oder sonstiger Parameter
  • Selbe Mühle, der Mahlgrad darf angepasst werden
  • Gleiche Menge an Kaffeemehl, gemessen über eine Feinwaage
  • Gleiche Extraktionszeit
  • Gleicher Espresso-Kaffee

Gemessen wird wieder der Idealwert, nach einer frischen Lieferung Kaffee. Dieser Wert sollte im Bereich zwischen 12°Brix und 14°Brix liegen. Je älter der Kaffee wird, desto geringer ist die Extraktion. Bei röstfrischem Kaffee kann der Verlust nach zwei Wochen bis zu 2,5°Brix betragen, ein Wert, der Bereits geschmacklich deutlich hervor tritt.

Ich werde mein Posting über den Aromaverlauf nach einigen Tests um das Extraktionsverhalten ergänzen, um einen konkreten Zeitverlauf darstellen zu können.

Worauf sollte man bei der Arbeit mit einem Refraktometer achten?

  • Das Gerät muss einen Messbereich von 0°Brix bis circa 50°Brix besitzen.
  • Das Gerät muss justiert werden, hierzu erfolgt eine Nullsetzung anhand einer Referenzflüssigkeit. Nach dieser Justierung misst das Gerät, wieviel größer die Dichte der zu messenden Flüssigkeit im Vergleich zur Referenzflüssigkeit ist. Die Nullsetzung kann mit destilliertem Wasser oder mit Leitungswasser erfolgen, da der Unterschied nicht relevant ist.
  • Bei der Nullsetzung spielen die Lichtverhältnisse eine Rolle. Man sollte vor jeder Benutzung eine Nullsetzung durchführen, da Abweichungen bei einem dunklen und einem sehr hellen Raum entstehen. Im Idealfall justiert man das Gerät am Standort, an dem später gemessen wird und bewegt dieses aus diesem Bereich nicht weg.
  • Der zu messende Espresso sollte vor der Messung kräftig umgerührt werden, damit man nicht nur die wesentlich dichtere Crema misst. Gemessen werden soll die durchschnittliche Dichte des gesamten Getränks, da nur diese etwas über die Qualität insgesamt aussagt.
  • Die Säuberung des Geräts nach jeder Messung ist wichtig. Fließendes Wasser und ein fusselfreies Tuch reichen aus. Wird das Refraktometer nicht gereinigt, lagern sich Fette auf dem Sensor ab, die zu höheren Messwerten bei Folgemessungen führen.

Rast Kaffeerösterei

Posted January 13th, 2008 by wolfram with 1 Comment

Vorbildlich, besser kann man nicht beschreiben, was diese Rösterei leistet. Ich hatte das Glück, dieses Wochenende bei der Kaffeerösterei Rast (www.rast.ch) in Ebikon (Luzern) in der Schweiz verbringen zu können, die Röst- und Verarbeitungsprozesse zu begleiten und an zahlreichen Stellen Wissen aus erster Hand vermittelt zu bekommen. Die Begeisterung und die Perfektion, mit der hier Kaffee verarbeitet wird, sind sonst selten zu finden.

Bei Betreten der Rösterei fallen zunächst zahlreiche Probat Röstanlagen auf. Das Rohkaffeelager und frisch gerösteter Kaffee verbreiten einen Geruch, der unmittelbar Entspannung hervorruft.

Einige Räume weiter befindet sich ein Trainingsraum mit einer vollständigen Kaffeetheke und einer Dalla Corte Evolution (www.rogalla.ch). Bisher habe ich nicht an einer Dalla Corte gearbeitet und musste feststellen, dass diese Maschine keinerlei Einarbeitung benötigte und intuitiv bedienbar ist. Je Brühgruppe besitzt die Evolution einen eigenen kleinen Kessel, der direkt über der Brühgruppe sitzt. Hierdurch erreicht die Evolution eine konstante Temperatur, zusätzlich kann jede Brühgruppe mit einer eigenen Temperatur betrieben werden. Ein weiterer großer Kessel liefert den Druck für die Dampflanzen. Eine wirklich schöne Maschine.

Die positiven ersten Eindrücke über die Rösterei Rast wurden durch die Transparenz mit der die Zusammensetzung aller hauseigenen Blends dem Kunden vermittelt werden noch übertroffen. Die Erläuterung der eigenen Kaffees in diesem Detailgrad ist mir bisher nicht begegnet. Je Blend werden die enthaltenen Sorten aufgeführt, deren Herkunftsland, die Herkunftsregion (teilweise bis zur Plantage) und das Erntedatum. Das zudem alle Kaffees mit ihrem Röstdatum versehen sind ist dann schon fast selbstverständlich. Anderen Röstereien kann ich nur empfehlen sich hieran zu orientieren, besser kann man seine Kunden nicht informieren.

Markus Rast hat uns dieses Wochenende mit zahlreichen Kaffeeraritäten verwöhnt, darunter Kopi Luwak, Jamaica Blue Mountain und Hawaii Kona, wahnsinn. Mein Hotelzimmer hätte ich mir sparen können, ich bin die halbe Nacht im Kreis gelaufen, großartig. Der Kopi Luwak war eine neue Erfahrung, so ganz weiß ich aber nicht, was ich von diesem Kaffee halten soll. Wahrscheinlich fehlen mir die sensorischen Fähigkeiten, um diesen Kaffee erfassen zu können. Mein Favorit war der Blue Mountain, sehr fein und aromatisch.

Refraktometer, eine neue Spielerei von Markus. Diese Gerät misst die Dichte einer Flüssigkeit über einen optischen Sensor und gibt diese als Brix-Wert an. Nach einer Kalibrierung mit destilliertem Wasser und dem aktuellen Umgebungslicht kann man das Gerät benutzen. Gemeinsam mit Ingo Rogalla (www.rogalla.ch), dem aktuellen Schweizer Cuppingmeister, haben wir an der Dalla Corte verschiedene Dosierungen, Mahlgrade und Tampmethoden ausprobiert und die jeweils im Espresso enthaltenen gelösten Substanzen verglichen. Dieses interessante Thema ist mir ein eigenes Posting wert, welches ich nachreichen werde. Interessantes Fazit ist, dass die Kaffees, die Ingo für gut befunden hat, auch einen entsprechen hohen Dichtewert hatten. Eine überaus interessante Spielerei und sicherlich einer meiner nächsten Investitionen.

Die Arbeit mit Ingo hat sehr viel Spass gemacht. Scheinbar ohne Ermüdungserscheinungen konnte Ingo einen Kaffee nach dem anderen verkosten und bewerten. Meine sensorischen Fähigkeiten haben dagegen innerhalb von einer Stunde drastisch abgenommen und differenzierte Aussagen fielen mir zunehmend schwerer. Gut zu wissen, dass hier noch viel zu erreichen ist.

Barista Manual

Posted November 14th, 2007 by wolfram with Comments Off on Barista Manual

Im aktuellen barista magazine habe ich folgenden Link entdeckt, hinter dem sich ein wirklich ausführliches Werk zum Barista-Handwerk verbirgt: www.gimmecoffee.com


Das Handbuch kann in elektronischer Form (PDF) für USD 19.95 oder in gebundener Form für USD 29.95 erworben werden. Ich habe die elektronische Ausgabe, ein 145 MB Download, erworben. Das Handbuch ist sehr umfangreich und sollte jedem Leser einige neue Einblicke bringen können.

Der Inhalt umfasst allgemeine Informationen über Kaffee, zu Espressomaschinen und -mühlen, über die Zubereitung von Espresso und über Latte-Art.

Le Nez du Café

Posted November 6th, 2007 by wolfram with 8 Comments

Die Wartezeit hat sich gelohnt! Nach etlichen Wochen der Vorfreude ist es nun endlich eingetroffen, das Aroma-Trainingsset für Kaffee “Le Nez du Café”.

Dieses Trainingsset beinhaltet 36 Kaffeearomen, eingefangen in 36 kleinen Flaschen mit Flüssigkeit. Durch Riechen an den und Einprägen der Aromen ist es möglich, besser und einheitlich zu beschreiben, welche Eindrücke man bei der Verkostung von Kaffee wahrnimmt.

Oftmals konnte ich nicht exakt genug ausdrücken, was ich bei einem Kaffee geschmeckt habe, ich konnte es schlicht nicht genau benennen. “Blumig” und “fruchtig” sind Beschreibungen auf einer sehr abstrakten Stufe, die wesentlich feiner untergliedert werden können. Den dazu notwendigen Wortschatz liefert dieses Aromaset.

Le Nez du Café enthält folgende Aromen.

  1. Erde
  2. Kartoffel
  3. Pfirsich
  4. Gurke
  5. Stroh
  6. Zeder
  7. Nelke
  8. Pfeffer
  9. Koriander
  10. Vanille
  11. Rote Johannisbeere
  12. Kaffee-Blüte
  13. Kaffee-Pulpe
  14. Schwarze Johannisbeere
  15. Zitrone
  16. Aprikose
  17. Apfel
  18. Butter
  19. Honig
  20. Leder
  21. Basmatireis
  22. Toast
  23. Malz
  24. Ahornsirup
  25. Karamell
  26. Dunkle Schokolade
  27. Geröstete Mandel
  28. Geröstete Erdnuss
  29. Geröstete Haselnuss
  30. Walnuss
  31. Gekochtes Fleisch
  32. Rauch
  33. Pfeifentabak
  34. Geröteter Kaffee
  35. Medizinisch
  36. Gummi

Leider ist das Trainingsset nicht immer verfügbar, aus diesem Grund habe ich es bei der SCAA bestellt und die höheren Kosten geduldet (inklusive Verzollung). Eine deutsche Bezugsadresse ist www.idee-exclusiv.com, hier ist das Aromaset für knapp 200,- Euro erhältlich.

kulinart Frankfurt

Posted October 25th, 2007 by wolfram with Comments Off on kulinart Frankfurt

Zwei Tage voller faszinierender Eindrücke, interessanter Gespräche und Schlemmerei sind vorbei, leider!

Die kulinart in Frankfurt war ein Erlebnis, das Konzept funktioniert. In der angenehmen Atmosphäre des Depots in Frankfurt Bockenheim trafen sich Anbieter hochwertiger Produkte, tauschten sich mit Kunden und untereinander aus. In der Messehalle drehen sich die Zeiger der Uhr langsamer, man nimmt sich Zeit die Eindrücke aufzusaugen, diese zu verarbeiten.

Ich selbst kam nicht umhin, zahlreiche Weine zu verkosten und bin letztendlich am Stand der Weinhandlung Wein Karrer aus Frankfurt schwach geworden. Einige Flaschen eines überraschend vollmundigen und bouquetreichen Couvées haben sowohl Besitzer als auch Eigentümer gewechselt.

Einige Stände weiter präsentierte Ingo Holland seine sagenhaften Gewürzkreationen. 34 unterschiedliche Sorten Salz? Sicher, vom Schokoladensalz über geräuchertes Meersalz bis hin zu Hibiskussalz gibt es alles. Wahnsinn!

Thorsten Herold vom Hofheimer MacMalt-Whisky Home war leider nur als Gast vertreten und hatte keinen eigenen Stand, da er alle Energie in die Vorbereitung des Celtic Weekends am 03. und 04. November investiert. Schade, dass diese beiden Termine so nah beieinander liegen, hat Thorsten Herold doch eine umfangreiche Auswahl unterschiedlichster Whiskysorten und ich nach zahlreichen Weinen noch etwas Platz für ein paar gute Tropfen Whisky.

Fokus, Fokus, Fokus!

Den eigentlichen Grund meines Besuchs der Messe möchte ich natürlich nicht unterschlagen, auch wenn ich mich dem Charme der Messe und der netten Standnachbarn nicht entziehen konnte. Natürlich geht es um das Thema Kaffee.

Der ursprünglich geplante Vortrag von mir über Grundlagen des Kaffees und der Zubereitung von Espresso fand nicht wie geplant statt, ein glücklicher Umstand, wie sich noch herausstellen sollte. Wie ich bereits berichtete, wollte Miele keine Siebträgermaschine in der Showküche und hat uns diese daher nicht zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit der Messeleitung – nochmals einen großen Dank für die Unterstützung an dieser Stelle – haben wir daraus mehrere Workshops gemacht, die am Stand vom Espresso-Store abgehalten wurden.

Die Workshops hatten einen allgemeinen Charakter und haben zahlreiche Themen der Kaffeeproduktion und Zubereitung umfasst.

  • Kaffeesorten, Herkunftsländer, Charaktermerkmale
  • Erntemethoden, Aufbereitung, Auswirkungen auf Qualität und Geschmack
  • Röstprozess, Röstverfahren
  • Sortenreine Kaffees, Blends, Kaffeemischungen, Espressomischungen
  • Zubereitung von Espresso
  • Zubereitung von Cappuccino, Latte-Art

Durch die Nähe zum Zuhörer konnte man gezielt einzelne Aspekte vertiefen und auf direkte Fragen eingehen. Der kleinere Rahmen und die Nähe zum Publikum haben sich daher als sehr positiv erwiesen.

Besonders lustig war der Teil, in dem ich Fehler bei der Zubereitung erläutert und gezielt schlechten Espresso ausgeschenkt habe, den die Teilnehmer verkosten “durften”. Leider habe ich keine Bilder von den Gesichtern, die Reaktionen waren urkomisch.

  • Zu heiße Brühgruppe – Keiner der Teilnehmer hätte vermutet, dass eine ungeflushte Brühgruppe derart große Auswirkungen auf den Geschmack haben kann.
  • Über- und Unterextraktion – Hier waren die Reaktionen am größten, war für die Teilnehmer der Unterschied doch offensichtlicher erkennbar.
  • Kalter Siebträger und kalte Tasse – Auch hier waren die Reaktionen eindeutig und das Sprichwort vom “kalten Kaffee” hinreichend bewiesen.

Rückblickend muss ich sagen, es war ein großer Spaß. Überrascht war ich von den zahlreichen Besuchern mit einem soliden Grundwissen über Kaffee. Der steigende Anspruch an guten Kaffee war deutlich zu spüren, der Konsument scheint sich wirklich zu wandeln.

An dieser Stelle nochmals einen Dank an den Frankfurter Espresso-Store, der kurzfristig eingesprungen ist und einen Bereich auf seinem Stand zur Verfügung gestellt hat.

Virales Marketing

Posted October 16th, 2007 by wolfram with Comments Off on Virales Marketing

Da virales Marketing alles ist, habe ich den Webauftritt etwas überarbeitet und gleichzeitig mein neues Logo in den Ring geworfen. Ich hoffe es gefällt.

Die Götter müssen verrückt sein

Posted October 14th, 2007 by wolfram with Comments Off on Die Götter müssen verrückt sein

Ein wenig Kopfschütteln verursachte mir die Meldung, dass Miele scheinbar ein Problem damit hat, dass mein kleiner Kaffeevortrag auf der kulinart (siehe mein vorheriges Posting) an einer Siebträgermaschine durchgeführt werden soll. Aus diesem Grund hat man sich entschlossen, die Showküche – diese wird von Miele gestellt – hierzu nicht zur Verfügung zu stellen.

Ich mag mich irren, aber in Teilen scheint die Entwicklung auf dem Kaffeemarkt in die falsche Richtung zu gehen. Jeder Hersteller von Haushaltsgeräten meint inzwischen eine eigene Espressomaschine herstellen zu müssen. Hersteller von Vollautomaten verkaufen ihren eigenen Kaffee und Großproduzenten von Kaffee sind unlängst in das Handygeschäft eingestiegen. Ob diese Abkehr vom jeweiligen Kerngeschäft am Ende dem Kaffee zuträglich ist, wage ich zu bezweifeln.

Ich werde dennoch auf der kulinart sein und direkt am Stand vom Espresso-Store einen kleinen Einblick in das Thema Espresso geben. Am Ende ist dies wahrscheinlich sogar hilfreich, kann ich doch auf einzelne Fragen gezielt eingehen und bin nicht an das Limit von 30 bis 45 Minuten gebunden. Ich freue mich über jeden, der einfach mal für einen Plausch und einen guten Espresso vorbei kommen möchte. Ihr findet mich am Samstag um circa 18:00 Uhr am Stand.

Zeitschrift “Crema”

Posted October 13th, 2007 by wolfram with 1 Comment

Ein neues Zeitschriftenformat schickt sich an, die Kioske zu erobern. crema (www.cremagazin.de) richtet sich an alle Jünger der braunen Bohne. Das Format scheint interessant, dennoch offenbart die erste Ausgabe einige Schwächen.

Der Inhalt ist geprägt von sehr viel Werbung und dies nicht nur in den offensichtlichen Werbeteilen. Die Artikel gehen wenig kritisch an die behandelten Themen heran, die Parallelen zwischen geschalteter Werbung und den “getesteten” Produkten sind teilweise zu offensichtlich.

Für künftige Ausgaben habe ich zwei Wünsche:

  • Kaffeeverkostungen anhand nachvollziehbarer Kriterien (hierzu empfehle ich die aktuelle Diskussion bezogen auf die Evaluierung von Espresso unter www.coffeegeek.com). Sollte sich hierbei herausstellen, dass ein Kaffee unterdurchschnittlich ist, sollte das erkennbar sein. Es ist einfach unrealistisch, ein Massenprodukt mit einer kleinen Charge Spezialitätenkaffee einer Privatrösterei zu vergleichen, und keinen Unterschied festzustellen. Die Großküche einer Kantine produziert andere Ergebnisse als der kleine Italiener um die Ecke, diese Unterschiede sollten benannt werden.
  • Vergleiche zwischen Espressomaschinen sollten so durchgeführt werden, dass ein konkretes Ergebnis daraus abgeleitet werden kann. Wenn eine Maschine nur mäßigen Espresso bereitet, sollte dies in den Ergebnissen Erwähnung finden. Ein Vollautomat und eine Siebträgermaschine stehen, was den Geschmack des Ergebnisses angeht, außer Konkurrenz, so ehrlich sollte man sein. Da der Kunde meist den “perfekten Espresso” aus einer “fast kostenlose Maschine” möchte, sollte er aus den Ergebnissen ableiten können, wieviel Geld er für welches Ergebnis investieren muss. Am Ende ist es wie bei den Automobilen: Wer Mercedes fahren möchte, muss Mercedes bezahlen (und wer drin sitzt, weis wafür er gezahlt hat)!

Abgeshen von den erwähnten Punkten finde ich das Format sehr gelungen. Wer die aktuelle Ausgabe kostenlos durchstöbern möchte, kann sich unter www.cremagazin.de ein Probeheft zusenden lassen.

kulinart

Posted October 6th, 2007 by wolfram with Comments Off on kulinart

Am 20. und 21. Oktober öffnet die kulinart in Frankfurt ihre Pforten, eine Messe von Genießern für Genießer. Neben zahlreichen Gourmetthemen ist auch das Thema Espresso und Gourmetkaffee dort vertreten, präsentiert durch den Espresso-Store.

Eine freundliche Anfrage des Veranstalters hat mich dazu bewogen, einen kurzen Vortrag über die Zubereitung von Espresso zu halten, in Kooperation mit dem Espresso-Store. Am Samstag, dem 20. Oktober, findet Ihr mich in der Showküche, dort werde ich die wichtigsten Parameter bei der Zubereitung von Espresso erläutern und deren Auswirkungen auf den Geschmack. Aktive Zuschauer und direkte Fragen sind herzlich willkommen. Vom Mahlgrad bis Latte-Art sollen alle Themen angesprochen werden.

Die Termine der kulinart sind:

  • 20. und 21. Oktober, Frankfurt am Main, Bockenheimer Depot
  • 03. und 04. November, Konstanz, Konzil
  • 17. und 18. November, Stuttgart, Römerkastell

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