Neuer Termin für die Deutsche Baristameisterschaft 2010

Posted October 18th, 2009 by wolfram with Comments Off on Neuer Termin für die Deutsche Baristameisterschaft 2010

Die Deutsche Baristameisterschaft 2010 findet kommendes Jahr nicht wie gewohnt in Frankfurt am Main statt. In den vergangenen Jahren wurde diese im Rahmen der Messe ambiente abgehalten. Leider hat sich die Messe Frankfurt dazu entschlossen – aus Kostengründen – von einer Unterstützung der Baristameisterschaft und der anderen Wettbewerbe (Kaffeeolympiade) Abstand zu nehmen.

Was bedeutet das für die Baristameisterschaft und die anderen Wettbewerbe?

  • Neuer Termin und neuer Ort – Die Kaffeeolympiade wird kommendes Jahr im Rahmen der Coteca in Hamburg stattfinden. Der neue Termin geht vom 4. Juni bis zum 6. Juni.
  • Straffer Zeitplan für die Weltmeisterschaft – Die Baristaweltmeisterschaft findet kommendes Jahr vom 23. Juni bis zum 25. Juni in London statt, kurz nach der Deutschen Baristameisterschaft.
  • Es wird kommendes Jahr keine Röstmeisterschaft geben, ein Punkt, der mich etwas traurig macht, wollte ich doch an diesem Wettbewerb ebenfalls teilnehmen.
  • Die Coteca findet nur alle zwei Jahre statt, für die Lücken muss daher noch eine weitere Alternative gefunden werden. Die SCAE Deutschland hat allerdings die Idee in den Ring geworfen, in den Jahren ohne Coteca ein Event an wechselnden Lokalitäten abzuhalten, auch um das Thema mehr in die Breit zu tragen. Eine sehr gute Idee, wie ich finde.

In jeder Veränderung steckt etwas positives. Thematisch liegt eine Messe mit den Themen Kaffee und Tee “einiges” näher an der Baristameisterschaft als eine Messe für Accessoires aller Art. Entsprechend dürfte das Publikum deutlich größer ausfallen. Sehr wahrscheinlich ist zudem, dass die Meisterschaft in den normalen Messeablauf integriert ist und nicht wie in Frankfurt in einem separaten Bereich stattfindet.

Ein Appell an alle Interessierten, die kommendes Jahr an der Meisterschaft teilnehmen wollen: plant eine Reise nach London und eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft ein. “Nur” für die Deutsche Baristameisterschaft zu trainieren wird nicht ausreichen, um bei der Weltmeisterschaft eine annehmbare Platzierung zu erlangen. Transport und Frische der Produkte sind eine Hürde, die man frühzeitig einplanen muss.

Kaffeeolympiade 2009 – Ein Résumé

Posted February 21st, 2009 by wolfram with Comments Off on Kaffeeolympiade 2009 – Ein Résumé

Nachdem sich die zahlreichen Eindrücke der Deutschen Kaffeeolympiade 2009 langsam gesetzt haben, möchte ich meine Sicht auf die Ereignisse festhalten. Die Ergebnisse der Meisterschaft habe ich bereits in meinem vorherigen Posting aufgeführt, diese können zudem direkt von der Webseite der Meisterschaft unter folgenden Links abgerufen werden.

Wer nicht die Möglichkeit hatte, vor Ort bei der Meisterschaft zu sein, kann einen kurzen Einblick über eine TV-Reportage der Deutschen Welle erhalten.

Als ich letztes Jahres in die Jury für die Baristameisterschaft “berufen” wurde, war ich mir zunächst nicht sicher, ob ich diese Einladung annehmen sollte. Ich hatte bereits mit den Vorbereitungen für meine eigene Teilnahme an der Meisterschaft begonnen, Kaffees selektiert und Ideen für einen Signaturedrink entwickelt. Die Möglichkeit, sich intensiv auszutauschen und zahlreiche Kaffeeinterpretationen zu sehen, haben mich dann allerdings überzeugt, mich dieses Jahr als Sensorikjuror zu verdingen. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich gezeigt hat.

Interessant ist, wie sich durch einen Wechsel der Perspektive die Wahrnehmung der Meisterschaft verändert. Als Zuschauer und Teilnehmer bewertet man die Präsentationen der einzelnen Wettbewerber ausschließlich nach deren Unterhaltungswert. Eine gute Präsenz auf der Bühne führt somit meistens zu der Einschätzung, dass ein Teilnehmer eine gute Platzierung erzielen müsste. Dieser Eindruck entspricht in vielen Fällen nicht der letztendlichen Platzierung des Teilnehmers, obwohl er der offensichtliche Sympathieträger ist. Als Juror erhält man ein Gesamtbild jedes Teilnehmers, das der Zuschauer (leider) nicht erhalten kann. In der Bewertung schlagen sich die sensorischen Eigenschaften der Getränke (Aussehen, Aromen, Geschmack, Viskosität) wesentlich stärker nieder als andere Faktoren. Wurde ein Getränk besonders gut erläutert, sind beispielsweise sechs Punkte möglich, bei den sensorischen Eigenschaften jedoch bis zu 48 Punkte. Ein ruhiger Teilnehmer, der einen ausgezeichneten Espresso bereitet erreicht so schnell mehr Punkte als der Teilnehmer, der eine gute Show liefert, leider aber nur einen mittelmäßigem Espresso serviert. In der Summe, unter Berücksichtigung der Einzelbewertungen für Espresso, Cappuccino und Signaturedrink, können hierdurch recht starke Unterschiede in der Bewertung der Teilnehmer zueinander entstehen.

Ein weiterer Punkt – den man als Teilnehmer kaum wahrnimmt – ist der immense Aufwand, der hinter den Kulissen getrieben wird, um eine solche Meisterschaft zu realisieren. Man ist mit den Vorbereitungen für den eigenen Auftritt beschäftigt, es gibt viele kleine Dinge zu organisieren und man steht unter Stress. Aus dieser Sicht kann es nerven, wenn die Abläufe nicht so reibungslos sind und beispielsweise die Übungsmaschine noch durch einen anderen Teilnehmer belegt ist. Was man als Teilnehmer allerdings kaum wahrnimmt, ist die große Flut an Anfragen, die von Wettbewerbern, Zuschauern, den Medien und anderen Personen an die Organisatoren während der Meisterschaft gestellt werden und die zahlreichen sonstigen organisatorischen Dinge, die zu bewältigen sind. Diese Jahr stand ich auf der “anderen Seite” und hatte somit einen sehr guten Einblick in die umfangreiche Arbeit, die in die Meisterschaft investiert wurde. Beachtet man, dass dies alles durch ehrenamtliche Hilfe realisiert wird, ist es umso beachtlicher, wie sehr alle Beteiligten sich einbringen. Großer Dank, dieses Jahr empfand ich als wirklich gelungen!

Etwas überraschend war für einige Teilnehmer sicherlich das hohe Niveau, auf dem bei der Meisterschaft mit Kaffee gearbeitet wird. Die bloße Kenntnis um die Zubereitung eines Espressos reicht nicht aus, um bei der deutschen Meisterschaft eine gute Punktzahl zu erreichen. Neben den hohen Ansprüchen an speziellem Kaffeewissen geht es auch darum, die Vielfalt von Kaffee zu zeigen. Potentielle Gewinner setzen sich daher mit den verwendeten Kaffees ausgiebig auseinander und rösten diese teilweise selbst oder arbeiten mit einer Rösterei zusammen. Das ein handelsüblicher Kaffee mit den teilweise verwendeten Raritäten der Teilnehmer der vorderen Platzierungen nicht mithalten kann, versteht sich von selbst. Diese Sorgfalt bei der Auswahl gilt ebenso für die für den Cappuccino verwendete Milch und alle im Signaturedrink verwendeten Zutaten. Qualitative und frische Zutaten sind ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Jedem Teilnehmer der Meisterschaft lege ich ans Herz, sich eine Kopie der eigenen Bewertungsbögen zukommen zu lassen. Diese kann man auf Anfrage gegen eine kleine Gebühr erhalten. Eine Durchsicht der Bögen hilft zu verstehen, welche Dinge wie bewertet wurden. Auch sind die Bögen mit Kommentaren versehen, wenn einem Juror Dinge erwähnenswert erschienen. Wer die Bewertungsbögen im Vorfeld intensiv studiert hat weiß bereits, dass sensorische Aspekte (Farben, Aromen, Geschmack, Viskosität) grundsätzlich höher bewertet werden. Besonders bei den Signaturedrinks kann dies auffallen: guten Punktzahlen bei der Kreativität und Erläuterung stehen manchmal weniger Punkte in den sensorischen Eigenschaften gegenüber.

Und noch eine ganz große Bitte: nicht aufgeben, auch wenn das diesjährige Ergebnis nicht den eigenen Erwartungen entspricht! Die gewonnene Erfahrung und die Möglichkeit zum Wissensaustausch sind die wirklich wichtigen Dinge und diese kann jeder Teilnehmer mitnehmen. Wir sehen uns im kommenden Jahr…

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